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Weiterbildungsermächtigungen

Durch ständige Fort- und Weiterbildungen der beschäftigten Ärzte in unserem Haus ist ihr Wissen immer auf dem neuesten Stand der Medizin und der medizinischen Technik. Um jungen Ärzten in ihrer beruflichen Entwicklung weiter zu helfen, geben sie ihr erworbenes Wissen und ihre Kenntnisse in Fort- und Weiterbildungen gern weiter. Mit dem Akkordeon Weiterbildungsermächtigungen erhalten Sie einen Überblick der Ärzte, die solche Ermächtigungen haben.

Weiterbildungsermächtigungen unserer Ärzte

Weiterbildungsermächtigungen unserer Ärzte

Gebiet Facharzt-, Schwerpunkt- und Zusatzkompetenz Name des Ermächtigten Dauer WBE
Anästhesiologie FA Anästhesiologie PD Dr. med. Edmund Hartung 5 Jahre
Anästhesiologie ZB Intensivmedizin PD Dr. med. Edmund Hartung 2 Jahre
Anästhesiologie
Augenheilkunde FA Augenheilkunde Dr. med. Antje Just 5 Jahre
Chirurgie Chirurgie Dr. med. Frank Hoffmann 2 Jahre (Basis)
Chirurgie FA Orthopädie und Unfallchirurgie Dr. med. Frank Hoffmann 3 Jahre
Chirurgie ZB SpezielleUnfallchirurgie Dr. med. Frank Hoffmann 3 Jahre
Chirurgie ZB Handchirurgie Dr. med. Frank Hoffmann 3 Jahre
Chirurgie FA Viszeralchirurgie 4 Jahre
Chirurgie Chirurgie Basis Dr. med. Kerstin Lohse 2 Jahre
Chirurgie FA Kinderchirurgie Dr. med. Kerstin Lohse 3 Jahre
Frauenheilkunde und Geburtshilfe SP Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin Dr. med. Sabine Jacobi 3 Jahre
Frauenheilkunde und Geburtshilfe Frauenheilkunde u. Geburtshilfe PD Dr. med. Christiane Richter-Ehrenstein 5 Jahre
Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde Basisweiterbildung Dr. med. Nils Heinze 2 Jahre
Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde FA Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde Dr. med. Nils Heinze 3 Jahre
Haut- und Geschlechtskrankheiten FA Haut- und Geschlechtskrankh. Dr. med. Andreas Happ 4,5 Jahre
Haut- und Geschlechtskrankheiten (MVZ) FA Haut- und Geschlechtskrankh. Dr. med. Andreas Happ 1,5 Jahre
Haut- und Geschlechtskrankheiten (MVZ) FA Haut- und Geschlechtskrankh. Dr. med. Annett Milling 1,5 Jahre
Haut- und Geschlechtskrankheiten (MVZ) FA Haut- und Geschlechtskrankh. Dr. med. Dagmar Voigt 1,5 Jahre
Haut- und Geschlechtskrankheiten ZB Allergologie Dr. med. Andreas Happ 1 Jahr
Innere Medizin FA Innere Medizin und Gastroenterologie gemeinsam mit Dr. med. André Werner,
davon 6 Monate Intensivmedizin
Dr. med. Andreas  Becker 3 Jahre
Innere Medizin FA Innere Medizin und Gastroenterologie Dr. med. André Werner 3 Jahre
Innere Medizin FA Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie Prof. Dr. med. Michael Kiehl 3 Jahre
Innere Medizin ZB Hämostaseologie Prof. Dr. med. Michael Kiehl 1 Jahr
Innere Medizin FA Innere Medizin Prof. Dr. med. Michael Kiehl 2 Jahre
Innere Medizin Basisweiterbildung Innere Medizin Prof. Dr. med. Michael Kiehl 3 Jahre
Innere Medizin ZB Internistische Intensivmedizin Prof. Dr. med. Michael Kiehl 1 Jahr
Innere Medizin FA Innere Medizin Dr. med. Andreas Becker 2 Jahre
Innere Medizin Basisweiterbildung Innere Medizin Dr. med. Andreas Becker 3 Jahre
Kinder- und Jugendmedizin SP Neonatologie Dr. med. Cornelia Ast 3 Jahre
Kinder-und Jugendpsychiatrie und-psychotherapie FA Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie Dr.med.Roland Burghardt 4 Jahre
Neurochirurgie FA Neurochirurgie Dr. med. Thomas Funk 6 Jahre (WBO93)
Neurologie FA Neurologie DM Axel Schacht 4 Jahre
Notfallmedizin ZB Notfallmedizin
Notfallmedizin ZB Notfallmedizin Dr. med. Karsten Nimtz 0,5 Jahre
Nuklearmedizin FA Nuklearmedizin DM Sabine Krätschmer 5 Jahre
Pathologie FA Pathologie Dr. med. Petra Besuch 1 Jahr
Pathologie Basisweiterbildung Pathologie Dr. med. Petra Besuch 2 Jahre
Psychiatrie FA Psychiatrie und Psychotherapie Dr. med. Ulrich Niedermeyer 4 Jahre (WBO93)
Radiologie FA Radiologie Dr. med. Andreas Schilling 5 Jahre
Radiologie SP Neuroradiologie Dr. med. Andreas Schilling 3 Jahre
Strahlenheilkunde FA Strahlentherapie Dr. med. Reinhard E. Wurm 5 Jahre
Strahlenheilkunde ZB Palliativmedizin Dr. med. Reinhard E. Wurm 1 Jahr
Berufsausübungsgemeinschaft FA Strahlenheilkunde Dr. med. Reinhrd E. Wurm 5 Jahre
Urologie FA Urologie Dr. med. Sören Promnitz 5 Jahre
Urologie Medikamentöse
Tumortherapie
Dr. med. Sören
Promnitz
0,5 Jahre

Weiterbildungscurriculum Facharzt KJP

Weiterbildungscurriculum Facharzt KJP

Curriculum zur Weiterbildung zur Fachärztin/zum Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –Psychotherapie
der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Klinikum Frankfurt (Oder)

Einleitung:

Das Gebiet Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie umfasst die Erkennung, Behandlung, Prävention und Rehabilitation bei psychischen, psychosomatischen, entwicklungsbedingten und neurologischen Erkrankungen oder Störungen sowie bei psychischen und sozialen Verhaltensauffälligkeiten im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter und bei Heranwachsenden auch unter Beachtung ihrer Einbindung in das familiäre und soziale Lebensumfeld.

Ärztliche Weiterbildung beinhaltet das Erlernen ärztlicher Fähigkeiten und Fertigkeiten nachabgeschlossener ärztlicher Ausbildung und Erteilung der Erlaubnis zur Ausübung der ärztlichen Tätigkeit. Kennzeichnend für die Weiterbildung ist die praktische Anwendung ärztlicher Kenntnisse in der ambulanten, stationären und rehabilitativen Versorgung der Patienten. 

An der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Klinikums Frankfurt (Oder) werden Ärztinnen und Ärzte zur Fachärztin/zum Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie weitergebildet. Die Weiterbildung der Ärzte hat zum Ziel, das notwendige Wissen und Können für eine evidenzbasierte und fachgerechte kinder- und jugendpsychiatrische Patientenbetreuung in Klinik und Praxis zu vermitteln. Das Weiterbildungskonzept orientiert sich dabei an der Weiterbildungsordnung der Landesärztekammer Brandenburg in der vom 26.10.2005 in der konsolidierten Fassung unter Berücksichtigung der dritten Satzung zur Änderung der Weiterbildungsordnung vom 10.09.2011. 

Struktur der Klinik: 

Das Klinikum Frankfurt (Oder) ist ein Krankenhaus der Schwerpunktversorgung. Die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik verfügt über 20 stationäre Behandlungsplätze verteilt auf eine Kinder- und eine Jugendstation, 23 tagesklinische Plätze an zwei Standorten (13 Plätze im Klinikum, 10 auf dem Gelände der Immanuel Klinik Rüdersdorf) sowie in der Versorgungsregion verteilt vier Psychiatrische Institutsambulanzen (Frankfurt (Oder), Seelow, Eisenhüttenstadt und Rüdersdorf).

Die Klinik versorgt die Stadt Frankfurt (Oder) und die Landkreise Oder-Spree und Märkisch Oderland.

Es werden Patienten bis zum 18. Lebensjahr mit allen kinder- und jugendpsychiatrischen und psychosomatischen Störungen untersucht und behandelt, bei Bedarf und mit richterlichem Beschluss (PsychKG und BGB) auf den fakultativ geschlossenen Stationen auch geschützt. Inhaltliche Schwerpunkte der Klinik sind die Behandlung von Aufmerksamkeits- und Essstörungen sowie Autismus.

Zu der Behandlung gehören sowohl im ambulanten als auch stationären Bereich eine ausführliche medizinische und psychiatrisch-psychologische Diagnostik, ein sich daraus herleitender Therapieplan, psychotherapeutische Gespräche und der Einbezug von Eltern oder anderen Bezugspersonen. Die Behandlung findet individuell, störungsbildspezifisch und multimodal immer in einem multiprofessionellen Team statt. Dazu gehören auf den Stationen Ärzte, Psychologen bzw. Psychotherapeuten, Kreativtherapeuten, Funktionstherapeuten, Sozialarbeiter und der Pflege- und Erziehungsdienst (PED). Darüber hinaus besuchen die Patienten die Klinikschule. Die psychotherapeutische Behandlung findet schulenübergreifend mehrdimensional statt. Neben der überwiegend vertretenen Verhaltenstherapie haben tiefenpsychologische, familientherapeutische und Milieutherapeutische Inhalte einen festen Bestandteil in den Therapien.

Während der Weiterbildungszeit rotieren die Ärztinnen und Ärzte so in den Klinikbereichen, dass alle relevanten Stationen durchlaufen werden können. Dienste werden Zusammenarbeit mit der Klinik für Psychiatrie und der Klinik für Psychosomatik klinikübergreifend organisiert. 

Weiterbildungsziel und –zeit: 

Ziel der Weiterbildung im Gebiet Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie ist die Erlangung der Facharztkompetenz nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte.

Die Weiterbildungszeit beträgt 60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte.

Die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Klinikum Frankfurt (Oder) (unter der Leitung von CA Dr. med. Roland Burghardt) verfügt über eine Weiterbildungsbefugnis von 48 Monaten. Damit kann die vollständige kinder- und jugendpsychiatrische Weiterbildungszeit und –inhalt in der Klinik abgeleistet werden.

Weitere 12 Monate (sog. Fremdjahr) können in der Kinder- und Jugendmedizin, Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie und/oder Psychosomatische Medizin und Psychotherapie absolviert werden. Davon können 6 Monate Neuropädiatrie angerechnet werden. Bis zu 30 Monate können im ambulanten Bereich abgeleistet/angerechnet werden. Alle diese Fächer bietet das Klinikum Frankfurt (Oder) an, so dass nach Absprache und Rotation in die entsprechenden Kliniken die komplette Weiterbildung zum Facharzt hier erfolgen kann. Aber auch selbst organisierte Fremdjahroptionen sind möglich.

Die Weiterbildungszeit kann auf Wunsch auch in Teilzeit absolviert werden. Dabei verlängert sich die Weiterbildungszeit entsprechend. 

Die Weiterbildung zum Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie wird nach einem strukturierten Curriculum absolviert. Die Abfolge der Weiterbildung erfolgt hierbei entsprechend der individuellen erfolgreichen Qualifizierung. 

Die Evaluation der Weiterbildungsfortschritte und die Planung der nächsten erfolgt in Mitarbeitergesprächen erstmals nach einen halben Jahr und in der Folge jährlich.

Dabei werden auch explizit die Wünsche und Vorstellungen der Ärzte in Weiterbildung

gehört (z.B. Rotationswünsche) und soweit möglich, bei der Planung berücksichtigt. Neben den inhaltlichen weiterbildungsrelevanten Themen können im Weiterbildungsgespräch auch

individuelle organisatorische Themen wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, geplante Kinderbetreuungszeiten und (vorübergehende) Teilzeittätigkeit etc. besprochen werden, da es ausdrücklich ein Anliegen des Chefarztes ist, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Kindern auch eine qualifizierte Weiterbildung zu ermöglichen.

Die Dokumentation der Weiterbildungszeiten und –inhalte erfolgt durch die/den in Weiterbildung befindliche Ärztin/befindlichen Arzt selbstständig gemäß der Weiterbildungsordnung in dem von der Landesärztekammer erstellten jeweils gültigen Logbuch. 

Das Curriculum solle als Orientierungsmaßstab für die Ärztinnen/Ärzte in Weiterbildung dienen. Da sich dieser idealtypische Ablauf aufgrund verschiedenster Einflussfaktoren in der Realität nicht immer darstellen lässt, besteht ein wichtiger Punkt im Einbau fakultativer Zeiten. Dadurch bleibt die Ablaufstruktur als Orientierungsmaßstab erhalten, lässt sich aber an reale Umstände anpassen.

Organisation der Weiterbildung: 

Einarbeitung:

Zu Beginn ihrer/seiner Tätigkeit als Ärztin/Arzt haben die Kolleginnen und Kollegen genügend Zeit die Klinik, das Team und die diagnostischen und therapeutischen Abläufe kennenzulernen. Die Geschwindigkeit der Übernahme eigenverantwortlicher Aufgaben richtet sich hierbei nach den beruflichen und fachspezifischen Vorerfahrungen. Die Einarbeitung wird von einem „Mentor“, im Regelfall aus dem Kreise der Assistenzärzte begleitet und liegt in der Verantwortung des jeweils zuständigen Oberarztes.

Zeitlicher Ablauf der Weiterbildung:

Im ersten Weiterbildungsjahr liegt der Schwerpunkt auf dem Erlernen von diagnostischen und therapeutischen Basiskompetenzen entweder im Kinder- oder Jugendalter. Dies umfasst allgemeinärztliche, pädiatrische und psychiatrische/psychosomatische Untersuchungs- und Behandlungstechniken. Sie erfolgt zunächst durch Hospitation und zunehmend angeleiteter (supervidierter) Übernahme von selbstständigem ärztlichem Handeln.

Spätestens zum Ende des ersten Weiterbildungsjahres sollte die Orientierung und folgend der Beginn der Ausbildung in einem wissenschaftlich anerkennten Verfahren der Richtlinienpsychotherapie erfolgen.

Im Einzelnen gehören folgende zu erlernende praktische Tätigkeiten dazu:

  • allgemeine und störungsspezifische körperliche Untersuchung
  • Verständnis und Beurteilung von pädiatrischen/neurologischen Befunden (u.a. EKG, EEG
  • Anamneseerhebung von Patienten und Familie/Bezugspersonen
  • (strukturierte) Verhaltens- und Interaktionsbeobachtung
  • Erstellung eines psychopathologischen Befundes unter Berücksichtigung entwicklungspsychologischer Aspekte
  • Sichtung und Bewertung von Vorbefunden
  • Indikationsstellung zur weiterführenden somatischen und psychiatrisch-psychologischen Diagnostik
  • Erarbeitung einer Fragestellung, Durchführung und Befundung orientierender störungsspezifischer psychologischer Diagnostik (u.a. Intelligenz, Persönlichkeit)
  • Erstellung einer Diagnose nach dem Multiaxialen Klassifikationsschema für die Diagnostik psychischer Störungen nach ICD-10 (MAS ICD-10)
  • Indikationsstellung einer psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlung incl. Behandlungsplanung
  • Vorbereitung und Durchführung von Diagnoseaufklärungs- und Behandlungsplanungsgesprächen mit Patienten und Bezugspersonen
  • Vorbereitung und Durchführung von störungsspezifischen Einzel- und Gruppengesprächstherapien unter Berücksichtigung entwicklungspsychologischer Aspekte
  • Vorbereitung und Durchführung von Familiengesprächen
  • Vorbereitung und Durchführung psychoedukativer Gespräche
  • Vorbereitung und Durchführung einer Psychopharmakotherapie nach fachärztlicher Indikationsstellung
  • Vorbereitung und Begleitung von Helferkonferenzen durch den Sozialdienst
  • Vorbereitung und Durchführung des Entlassmanagements (komplexe Entlassplanung)
  • Erstellung schriftlicher Befunde, Epikrisen und Stellungnahmen für u.a. Krankenkassen, Ämter und Schulen

Weitere Lernziele:

  • Erkennen von Notfällen und Gesprächstechniken in Krisensituationen
  • Rechtliche Rahmenbedingungen in der Arbeit mit Minderjährigen (Kinderschutz, Aufklärungs- und Mitwirkungsrechte und –pflichten, Kinder- und Jugendhilfegesetz, Schulgesetz, Gesetz für Psychisch Kranke (PsychKG))
  • Rechtliche Rahmenbedingen in der Arbeit mit Sorgeberechtigten (Rechte und Pflichten (BGB), ärztliche Schweigepflicht
  • Umgang mit freiheitsentziehenden und Zwangsmaßnahmen im Kindes- und Jugendalter
  • Aufbau des Gesundheitswesens, gesundheitsökonomische Aspekte ärztlichen Handelns
  • Kennenlernen anderer therapeutischer Ansätze des multiprofessionellen Teams und Co-therapeutische Mitarbeit

Im zweiten Weiterbildungsjahr werden die Basiskompetenzen vertieft und allmählich auf das gesamte Altersspektrum erweitert. Eine besondere Bedeutung hat dabei die Psychotherapieausbildung in einem der Richtlinienverfahren, die im zweiten Weiterbildungsjahr begonnen werden sollte. Diese wird im Klinikum Frankfurt (Oder) sowohl finanziell als auch durch Freistellungen unterstützt. Im Einzelnen gehören in diesem Weiterbildungsabschnitt folgende weitere Tätigkeiten dazu:

  • Durchführung und Befundung einer differenzierten störungsspezifischen psychologischen Diagnostik
  • Erlernen und Durchführung systemischer/familienbezogener Interventionen
  • Erlernen und Durchführung von Übungs- und Entspannungsverfahren
  • Vorbereitung und Durchführung von Gruppentherapien
  • Erstellen sozialmedizinscher Stellungnahmen und Gutachten

Weitere Lernziele:

  • Beginn der Balintgruppenarbeit 

Im dritten und vierten Weiterbildungsjahr liegt der Schwerpunkt auf der Vertiefung der speziellen psychotherapeutischen Weiterbildung mit dem Ziel der zunehmenden Eigenverantwortung in der Untersuchung, Behandlung und Grundversorgung unserer Patienten.

Das dritte und vierte Jahr dienen auch der Rotation in die verschiedenen Bereiche der Kinder- und Jugendpsychiatrie incl. der Institutsambulanzen (PIAs) um alle Facetten der Kinder- und Jugendpsychiatrie zu erfahren und auf die Möglichkeiten der fachärztlichen Tätigkeit vorbereitet zu sein. Im Einzelnen gehören in diesem Weiterbildungsabschnitt folgende weitere Tätigkeiten dazu:

  •  Begleitung und ggf. Durchführung von Konsilen z.B. in der Rettungstelle (ZNA)
  •  supervidierte psychotherapeutische Behandlung von Patienten
  •  Selbsterfahrung im Rahmen der Psychotherapieausbildung

Weitere Lernziele:

  • Erstellung von Gutachten im Zivil-, Sozial- und Strafrecht
  • Zusatzausbildungen z.B. Suchtmedizin
  • ärztliches Qualitätsmanagement

Nach Absolvierung aller geforderten Weiterbildungsinhalte (incl. Fremdjahr) findet ein erneutes Mitarbeitergespräch statt, in dem u.a. die Eignung für die Facharztprüfung besprochen wird. Für die Anmeldung zur Facharztprüfung erhält die Ärztin/der Arzt ein Facharztzeugnis zur Vorlage bei der Landesärztekammer Brandenburg.

Rotationsmöglichkeiten im Rahmen der Weiterbildung:

Innerhalb der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik besteht die Möglichkeit in alle relevanten Bereiche (vollstationär Kinder und Jugendliche, tagesklinisch Kinder und Jugendliche und ambulant (Institutsambulanz)) zu rotieren. Es müssen mindestens 24 der 48 Weiterbildungsmonate im voll- oder teilstationären Bereichen absolviert werden. Dies ist an verschiedenen Standorten möglich an denen ober- und chefärztliche Anleitung, Supervision und Weiterbildung in unterschiedlicher Intensität stattfindet. In Frankfurt Oder werden alle Bereiche angeboten. Rotationen in den ambulanten Bereich (PIAs) erfolgen aufgrund der erforderlichen Erfahrungen und Selbständigkeit im ärztlichen Handeln erst im fortgeschrittenen Stadium der Weiterbildung.

Für das Fremdjahr können wir oben erwähnt Rotationen in andere Kliniken (meist Psychiatrie oder Pädiatrie) organisiert werden.

Beispielhafter zeitlicher Ablauf der fünfjährigen Facharztausbildung:

1. Jahr: Station (Kinder)
2. Jahr: Station (Jugendliche)
3. Jahr: Tagesklinik
4. Jahr: Institutsambulanz oder Station
5. Jahr: Fremdjahr

Weiterbildungsinhalte:

Theoretisches Wissen:

Die im Folgenden aufgeführten theoretischen Kenntnisse werden vom Weiterbildungs-befugten und anderen qualifizierten Mitarbeitern (insbesondere Fach- und Oberärzten) von Beginn an fortlaufend über die gesamte Weiterbildungszeit vermittelt und sollen durch ein systematisches, teils angeleitetes Selbststudium vertieft werden. 

Die Klinik bietet dazu während der gesamten Weiterbildungszeit interne Fortbildungen an, an denen sich die Weiterbildungsassistenten im Rahmen ihres Ausbildungsstandes inhaltlich beteiligen. Als interne Weiterbildungsveranstaltungen gelten:

  • Morgenbesprechung 5 x pro Woche
  • Chefarztvisite 1 x pro Woche/Station
  • Psychopathologie und Klassifikationsfortbildung 1x pro Monat
  • Journal Club 1x pro Monat
  • Fallbesprechungen/Gruppensupervision 1x pro Woche/Station
  • Aufnahmebesprechungen mit Diagnostik- und Therapieplanung 1x pro Patient
  • Therapiestandvisite 1x pro Woche/Mitarbeiter
  • (große) Mittwochs-Fortbildung 1x pro Monat (außer Schulferien, auch öffentlich) 

Große Teile der theoretischen Aus- und Weiterbildung, insbesondere im allgemeinen Psychiatrie-Teil, werden in Anlehnung an den Weiterbildungskatalog der Landesärzte-kammer curriculär in Form von monatlich stattfindenden ganztägigen externen Weiterbildungsseminaren durch die Nordostdeutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie e.V. (NKJPP) angeboten. Dieses Curriculum läuft über zwei Jahre, so dass Themen ggf. auch im zweiten Durchgang nachgeholt werden können. Die regelmäßige Teilnahme an diesem Curriculum wird vorausgesetzt und durch das Klinikum sowohl durch Freistellung als auch finanziell unterstützt. 

Ziel der Weiterbildung ist der Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in

  • allgemeiner und spezieller Psychopathologie einschließlich der biographischen Anamneseerhebung, Verhaltensbeobachtung und Explorationstechnik
  • Abklärung und Gewichtung der Entstehungsbedingungen psychischer Erkrankungen und Störungen im Kindes- und Jugendalter einschließlich der Aufstellung eines Behandlungsplanes
  • (entwicklungs-)neurologischen Untersuchungsmethoden
  • psychodiagnostischen Testverfahren
  • Früherkennung, Krankheitsverhütung, Rückfallverhütung und Verhütung unerwünschter Therapieeffekte
  • der Krankheitslehre und Differentialdiagnostik psychosomatischer, psychiatrischer und neurologischer Krankheitsbilder
  • sozialpsychiatrischen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen
  • wissenschaftlichen psychotherapeutischen Verfahren
  •  der Indikationsstellung und Technik der Übungsbehandlung, z. B. funktionelle Entwicklungstherapie, systematische sensomotorische Übungsbehandlung, insbesondere heilpädagogische, sprachtherapeutische, ergotherapeutische, bewegungstherapeutische und krankengymnastische Maßnahmen sowie indirekte kinder- und jugendpsychiatrische Behandlung durch Verhaltens-modifikationen von Bezugspersonen
  • der Indikationsstellung und Methodik neuroradiologischer und elektro-physiologischer Verfahren einschließlich der Beurteilung und der Einordnung in das Krankheitsbild
  •  der Facharztkompetenz bezogenen Zusatz-Weiterbildung Suchtmedizinische Grundversorgung als integraler Bestandteil der Weiterbildung einschließlich der Substitutionsbehandlung bei Opiatabhängigkeit

Weiterbildung im speziellen Neurologie-Teil

  • Krankheitslehre neurologischer Krankheitsbilder, Diagnostik und Therapie von Schmerzsyndromen, neurophysiologische und neuropathologische Grundlagen kinder- und jugendpsychiatrischer Erkrankungen
  • Methodik und Technik der neurologischen Anamnese
  • Methodik und Technik der neurologischen Untersuchung
  • Indikationsstellung, Durchführung und Beurteilung neurophysiologischer und neuropsychologischer Untersuchungs- und Behandlungsmethoden
  • Indikationsstellung, Durchführung und Bewertung der Elektroenzephalographie sowie evozierte Potentiale
  • Grundlagen der Somato- und Pharmakotherapie neurologischer Erkrankungen des Kindes- und Jugendalters

Für diesen Weiterbildungsabschnitt stehen im Klinikum Frankfurt Oder in Zusammenarbeit mit anderen Kliniken (Neurologie, Neuropädiatrie/SPZ und Radiologie) alle Möglichkeiten der modernen Diagnostik zur Verfügung. Ein EEG Kurs kann z.B. im DRK Klinikum Berlin Westend absolviert werden. 

Strukturierte Weiterbildung im allgemeinen Psychiatrie-Teil

Die strukturieren Weiterbildungsinhalte werden kontinuierlich zum Teil in der Klinik, z.T. curriculär im Weiterbildungsverband der NKJPP (s.o.) erworben. Die Teilnahmen an Weiterbildungsveranstaltungen sind von der Ärztin/dem Arzt zu dokumentieren und in den jährlichen Mitarbeitergesprächen vorzulegen.

  • Behandlung psychischer Krankheiten und Störungen mit der Definition von Behandlungszielen, der Indikationsstellung für verschiedene Behandlungsverfahren einschließlich Anwendungstechnik und Erfolgskontrolle sowie der Festlegung eines Behandlungsplanes, dabei sind insbesondere somato , sozio- und psychothera-peutische Verfahren unter Einbeziehung der Bezugspersonen zu berücksichtigen
  • sozialpsychiatrische Behandlung und Rehabilitation unter Berücksichtigung extramuraler, komplementärer Versorgungsstrukturen, der Kooperation mit Jugendhilfe, Sozialhilfe und Schule
  • Diagnostik und Therapie bei geistiger Behinderung
  • 60 supervidierte und dokumentierte Erstuntersuchungen unter Berücksichtigung biologisch-somatischer, psychologischer, psychodynamischer und sozialpsychiatrischer Gesichtspunkte und unter Beachtung einer diagnostischen Klassifikation und der Einbeziehung symptomatischer Erscheinungsformen sowie familiärer, epidemiologischer, schichtenspezifischer und transkultureller Gesichtspunkte
  • 10 Stunden Seminar zur standardisierten Diagnostik
  • Methodik der psychologischen Testverfahren und der Beurteilung psychologischer und psychopathologischer Befunderhebung in der Entwicklungs-, Leistungs- und Persönlichkeitsdiagnostik (Durchführung von je 10 Tests)
  • Methodik neuropsychologischer Verfahren einschließlich Fremd- und Selbstbeurteilungsskalen
  • 40 Stunden Fallseminar über Kontraindikation und Indikation medikamentöser Behandlungen und anderer somatischer Therapieverfahren in Wechselwirkung mit der Psycho- und Soziotherapie einschließlich praktischer Anwendungen
  • Gutachten zu Fragestellungen aus den Bereichen der Straf-, Zivil-, Sozial- und freiwilligen Gerichtsbarkeit, insbesondere nach dem Jugendhilferecht, Sozialhilferecht, Familienrecht und Strafrecht
  • Durchführung der Befundung und Dokumentation von 20 abgeschlossenen Therapien unter kontinuierlicher Supervision einschließlich des störungsspezifischen psychotherapeutischen Anteils der Behandlung und sozialpsychiatrischer Behandlungsformen bei komplexen psychischen Störungsbildern
  • Durchführung von Befundung und Dokumentation von 20 abgeschlossenen Therapien in der Gruppe unter kontinuierlicher Supervision und unter Berücksichtigung störungsspezifischer Anteile bei komplexen psychischen Störungsbildern

Strukturierte Weiterbildung im speziellen Psychotherapie-Teil

Die Psychotherapie-Weiterbildungsinhalte in einem wissenschaftlich anerkannten Verfahren werden teils in der Klinik und darüber hinaus an einem von der zuständigen Landesärztekammer für die ärztliche Weiterbildung anerkannten Psychotherapie-Ausbildungsinstitut, z.B. dem kooperierenden Institut für Verhaltenstherapie (IVT) Brandenburg oder anderen anerkannten und meist mit uns kooperierenden tiefenpsychologisch oder verhaltenstherapeutisch, ggf. auch systemisch (nach Absprache mit der LÄK Brandenburg) orientierten Instituten erworben. Diese externe Psychotherapie-Weiterbildung wird vom Klinikum ebenfalls mittels Freistellung und finanziell unterstützt.

  • 100 Stunden Seminarweiterbildung, Kurse, Praktika und Fallseminare über theoretische Grundlagen der Psychotherapie, insbesondere allgemeine spezielle Neurosenlehre, Entwicklungspsychologie und Entwicklungspsychopathologie sowie der Theorie und Methodik der Verhaltenstherapie, Theorie und Therapie in der Psychosomatik
  • Kenntnisse in Therapien unter Einschluss der Bezugspersonen, davon 5 Doppelstunden Familientherapie, 10 Behandlungsstunden Krisenintervention unter Supervision und 8 Behandlungsstunden supportive Psychotherapie unter Supervision
  • 16 Doppelstunden autogenes Training oder progressive Muskelentspannung oder Hypnose
  • 10 Stunden Seminar und 6 Behandlungen unter Supervision in Kriseninterventionen, supportive Verfahren und Beratung
  • 10 Stunden Seminar in psychiatrisch-psychotherapeutischer Konsil- und Liaisonarbeit unter Supervision
  • 240 Therapiestunden mit Supervision nach jeder 4. Stunde entweder in Verhaltenstherapie oder tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie bzw. in wissenschaftlich anerkannten Psychotherapieverfahren und Methoden im gesamten Bereich psychischer Erkrankungen einschließlich Suchterkrankungen, bei denen die Psychotherapie im Vordergrund des Behandlungsspektrums steht
  • 35 Doppelstunden Balintgruppenarbeit oder interaktionsbezogene Fallarbeit

Selbsterfahrung

  • 150 Stunden Einzel- oder Gruppenselbsterfahrung entweder in Verhaltenstherapie oder tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie bzw. in einem wissenschaftlich anerkannten Verfahren. Die Selbsterfahrung muss im gleichen Verfahren erfolgen, in welchem auch die 240 Psychotherapiestunden geleistet werden.

 

Dr. med. Roland Burghardt
Chefarzt und Weiterbildungsverantwortlicher

Stand Februar 2018